Archiv der Kategorie: Buchtipps aus der Bib

Natascha Wodin: „Nastjas Tränen“

„Nastjas Tränen“ von Natascha Wodin            (Lesetipp Febr. 2022)

Was, eine ukrainische Putzfrau ist Hauptfigur eines Romans? Kann das eine entspannende Lektüre sein? Entspannend sicher nicht, dafür umso berührender und aufrührender, manchmal skurril und gar zum Lachen. Und wir erfahren durch eine ganz persönliche Geschichte, warum das Verhältnis zwischen Deutschland und der Ukraine nicht einfach ist, auch wenn hier in Deutschland mehr Menschen aus der Ukraine leben als gedacht.

Im Berlin der frühen 90er Jahre, bald nach dem Ende der Sowjetunion, ergattert Nastja aus Kiew eine Putzstelle bei Natascha Wodin, der Autorin, die in diesem Buch Romanhaftes mit eigener Geschichte und eigenem Erleben verbindet. Natascha Wodin: „Nastjas Tränen“ weiterlesen

Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“

Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“        (Jan. 2022)
Beeindruckender Roman über das Leben einer jungen Französin in Marokko zwischen 1945 und 1955 – Bestseller aus Frankreich
Das Buch ist ausleihbar in der Stadtbibliothek Engen.

Dieser große Gesellschaftsroman der hochgefeierten französisch-marokkanischen Autorin basiert auf der wahren Geschichte ihrer Großeltern. Doch Slimanis Roman ist nicht einfach eine Nacherzählung tatsächlicher Begebenheiten. Die Autorin versucht vielmehr, die Realität mit den Mitteln der Fiktion zu erkunden. Zur Debatte stehen die Unterdrückung der Frau, das Schicksal der Einheimischen in einem kolonialisierten Land und das einer europäischen Auswanderin, die sich nicht unter die Kolonisatoren mischen will: Dies ein interessanter Blickwinkel, der in der deutschen Literatur nicht oft zu finden ist.
Ein wunderbares Bild im Roman ist der „Zitrangenbaum“. Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“ weiterlesen

„Der Astronom und die Hexe“ von Ulink Rublack

Unser Buchtipp im Nov. 2021 für alle historisch Interessierten:  

„Der Astronom und die Hexe“ von Ulinka Rublack

Johannes Keplers Kampf um seine Mutter – ein historisches Familiendrama zwischen Hexenverfolgung und moderner Wissenschaft zu Beginn des 30-jährigen Kriegs

Deutschland, genauer: Leonberg im Herzogtum Württemberg, 1615.
Die Mutter des berühmten Astronomen Johannes Kepler wird als Hexe angeklagt. Vor der faszinierenden Kulisse einer Welt im Wandel zwischen Aberglaube und Naturwissenschaft beschreibt Rublack bewegend, wie der Vorwurf der Hexerei Familien entzweite.

»Ulinka Rublack erzählt filmreif, warum der Astronom Johannes Kepler vor 400 Jahren seine Mutter vor Gericht verteidigte […] Beim Lesen meint man die Stimmen der Hauptfiguren sprechen zu hören.«
Elisabeth von Thadden, Die Zeit, 22.11.2018

»“Der Astronom und die Hexe“ gehört ohne Übertreibung zu den lehrreichsten, spannendsten, lesenswertesten historischen Sachbüchern der letzten Jahrzehnte.«
Olaf Schmidt, Der Sonntag, 13.01.2019
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