Archiv der Kategorie: Buchtipps aus der Bib

„Schwarze Erde“ von Jens Mühling

Jens Mühling: „Schwarze Erde – eine Reise durch die Ukraine“  (2016, als Taschenbuch 2018)                        (Lesetipp Juni 2022)

Seit fast vier Monaten beherrscht der Angriff Russlands auf die Ukraine die Schlagzeilen. Doch was wissen wir eigentlich über das osteuropäische Land und die Hintergründe des Krieges?

Der Journalist Jens Mühling hat seinen Reisebericht zwar schon im Jahr 2016 geschrieben, doch in kaum einem Buch bekommt man einen besseren Eindruck vom Zustand des Landes zwischen den beiden russischen Angriffen 2014 und 2022. Einen aktuelleren Untertitel als „Porträt eines Landes in der Zerreißprobe“ hätte der Verlag kaum wählen können.

„Schwarze Erde“ von Jens Mühling weiterlesen

Natascha Wodin: „Nastjas Tränen“

„Nastjas Tränen“ von Natascha Wodin            (Lesetipp Febr. 2022)

Was, eine ukrainische Putzfrau ist Hauptfigur eines Romans? Kann das eine entspannende Lektüre sein? Entspannend sicher nicht, dafür umso berührender und aufrührender, manchmal skurril und gar zum Lachen. Und wir erfahren durch eine ganz persönliche Geschichte, warum das Verhältnis zwischen Deutschland und der Ukraine nicht einfach ist, auch wenn hier in Deutschland mehr Menschen aus der Ukraine leben als gedacht.

Im Berlin der frühen 90er Jahre, bald nach dem Ende der Sowjetunion, ergattert Nastja aus Kiew eine Putzstelle bei Natascha Wodin, der Autorin, die in diesem Buch Romanhaftes mit eigener Geschichte und eigenem Erleben verbindet. Natascha Wodin: „Nastjas Tränen“ weiterlesen

Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“

Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“        (Jan. 2022)
Beeindruckender Roman über das Leben einer jungen Französin in Marokko zwischen 1945 und 1955 – Bestseller aus Frankreich
Das Buch ist ausleihbar in der Stadtbibliothek Engen.

Dieser große Gesellschaftsroman der hochgefeierten französisch-marokkanischen Autorin basiert auf der wahren Geschichte ihrer Großeltern. Doch Slimanis Roman ist nicht einfach eine Nacherzählung tatsächlicher Begebenheiten. Die Autorin versucht vielmehr, die Realität mit den Mitteln der Fiktion zu erkunden. Zur Debatte stehen die Unterdrückung der Frau, das Schicksal der Einheimischen in einem kolonialisierten Land und das einer europäischen Auswanderin, die sich nicht unter die Kolonisatoren mischen will: Dies ein interessanter Blickwinkel, der in der deutschen Literatur nicht oft zu finden ist.
Ein wunderbares Bild im Roman ist der „Zitrangenbaum“. Leïla Slimani: „Das Land der Anderen“ weiterlesen