Lesetipp Juni 2021

Arno Camenisch: „Der Schatten über dem Dorf“
Camenisch
, geb. 1978 in Tavanasa in Graubünden, ist durch seine Lesungen in Engen bestens bekannt. Er hat in der Schweiz und in Deutschland zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Seine Bücher wurden in 20 Sprachen übersetzt. „Der Schatten über dem Dorf“ stand schon kurz nach Erscheinen auf der Schweizer Bestseller-Liste.
Sein zwölftes Buch weicht nun von den vorhergehenden doch etwas ab, nicht im Umfang, denn wieder hat es nur rund 100 Seiten, die doch die ganze Welt seines Heimatdorfes in der Surselva enthalten. Der Ton jedoch ist reifer, das Thema ernster.
Foto©JanoschAbel
Arno Camenisch erzählt vom Dorf in Graubünden, das von einer Tragödie überschattet wird. Die geschah eineinhalb Jahre, bevor der Erzähler auf die Welt kam und doch wirkt sie bis in die Jetzt-Zeit nach. Es ist Arno Camenischs persönlichstes Buch, denn er schreibt über seinen Besuch im Dorf, seine Familie und seine Erinnerungen. In einem berührenden Ton und mit großer Klarheit erzählt Arno Camenisch vom Leben und vom Tod, der manchmal völlig unbegreiflich ist und den die Dorfgemeinschaft nicht vergessen kann.

Es ist ein Buch über den Umgang mit Verlust, das Vergehen der Zeit und das Schwinden der bäuerlichen Kultur, aber es ist auch ein Buch über die Zuversicht, dass mit dem Frühling die Sonne wieder ins Leben zurückkehrt.

„In seiner neuesten Erzählung erfährt die Alltagstragik einen unverhofft ernsten Anstrich, dessen poetische Wirkkraft gerade aus der Unmittelbarkeit konventioneller Sprache erwächst.“ – Schweizer Buchjahr
„Der Schatten über dem Dorf“ ist in der Stadtbibliothek Engen ausleihbar.