Lesetipp Dezember 2020

Wolfgang Schorlau, „Kreuzberg Blues – Denglers zehnter Fall“    (KiWi Nov. 2020)

 Kreuzberg nach Mitternacht. Ein Ferrari parkt ein. Auf einem Balkon glimmt eine Zigarette auf. Eine große Kiste wird aus dem Sportwagen gezerrt. Kurz darauf: Der Wagen brennt. Schnelle Schritte. Wütende Stimmen. Schläge. Und die Ratten?
Auch in seinem zehnten Dengler-Krimi erweist sich Wolfgang Schorlau als Meister des politischen Kriminalromans. Diesmal geht es um die gnadenlosen Geschäfte der Immobilien-Giganten, …… die es so noch vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland gar nicht gegeben hat. Wie konnte es geschehen, dass innerhalb kurzer Zeit große Konzerne entstanden, die den Wohnungsmarkt nicht nur in Berlin, sondern auch in Stuttgart, Dresden und anderen Großstädten an sich gerissen haben?
Mit ganz fiesen kriminellen Mitteln scheint der Immobilienhai Kröger langjährige Mieter rauszuekeln, um dann die Wohnungen edel zu sanieren. Was aber, wenn die Mieter*innen sich gegen diese „Entmietung“ vehement wehren?
Mittlerweile greift die Corona-Pandemie immer weiter um sich. Wieder zurück in Stuttgart stellt Dengler bei einer Querdenker-Demo entsetzt fest, dass es Verbindungen von Beobachtern der Demo – oder sind es gar geheime Strippenzieher – zum Immobiliensumpf in Berlin gibt.

Alles ein bisschen viel? Und doch stützt sich Schorlau wie in den anderen Dengler-Krimis auf bestens recherchierte Fakten, die keineswegs „alternativ“ sind. Aber natürlich baut er daraus eine fiktive Geschichte. Doch die ist voller Spannung und Überraschungen.

Wolfgang Schorlau lebt in Stuttgart und wurde mehrfach mit Krimi-Preisen ausgezeichnet. Immer packt er hochaktuelle gesellschaftspolitische Themen an.
Seinen Krimi „Der große Plan“ über die Griechenland-Pleite und wer davon profitiert hat, stellte er im März 2018 vor großem Publikum in derStadtbibliothek Engen vor.