Lesetipp April 2021

Überlingen – Wenn schon immer noch keine Landesgartenschau, dann wenigstens Literatur zum Lesen im heimischen Garten

Einen Vorgeschmack liefert der kleine Bildband „Blühendes Überlingen“, erschienen im Gmeiner Verlag 2020.
Kennern empfehlen wir „Überlingen literarisch – ein Spaziergang durch die Jahrhunderte“ von Sigmund Kopitzki und Waltraud Liebl mit Zeichnungen von Andrea Zaumseil.  (mehr Info unten)                                                Bild: (c)FV

Krimi-Freunde können sich gruseln beim „Mondblumenrätsel“ von Christine Rath und Dieter Jaeschke. Was geschah in einer dunklen Neumondnacht am Überlinger See? Der Sommer ist heiß, auch noch am späten Abend: Wie schön, dass sich die Schüler einer 10. Klasse auf der lang ersehnten Abschlussfahrt am See erfrischen können. Nur die 17-jährige Lola hat andere Pläne. Doch nach einem heimlichen Rendezvous mit einem Unbekannten kehrt sie nicht in die Jugendherberge zurück. Die verzweifelten Lehrer rufen die Polizei, die bald Blutspuren und einen Schuh von Lola finden. Alarmierend, dass an der gleichen Stelle kurz zuvor ein anderes Mädchen überfallen wurde. Lola bleibt verschwunden. Nach tagelanger Suche wird auf dem Gelände der Gartenschau ein Grab gefunden, geschmückt mit den so seltenen Mondblumen – und daraus ragt eine Hand. Liegt in diesem Grab etwa die vermisste Lola?

Doch „Mondblumenrätsel“ ist keine Krimi im üblichen Sinn, liest man doch im Prolog: „1975 Groß Glienicke, DDR – … Sie (Joachim und Hanna) würden zu Staatsfeinden erklärt … Ihr gemeinsames Leben, ihr gemeinsamer Traum war vorbei…“ Und in der Widmung ist zu lesen: „Im Gedenken an Onkel Egon und seine Zeit in Groß Glienicke“. Gespannt darf man sein, wie das Autoren-Duo diese beiden Handlungs- und Zeitebenen miteinander verbindet.

Die Autorin Christine Rath betreibt mit ihrer Familie ein kleines Hotel am See und findet durch die vielen interessanten Begegnungen immer neue Ideen für ihre  zahlreichen Bücher.

Ihr Ehemann und Co-Autor Dieter Jaeschke stammt von der Nordsee. Nach Tätigkeiten als Reedereikaufmann, u.a. in London, war er 35 Jahre lang bei der Kripo tätig. Inzwischen lebt Jaeschke seit sieben Jahren am Bodensee.

Auch dieser Krimi ist im Messkircher Gmeiner Verlag erschienen, ebenso wie ein Buch der völlig anderen Art: „Überlingen literarisch – ein Spaziergang durch die Jahrhunderte“ von Sigmund Kopitzki und Waltraud Liebl mit Zeichnungen von Andrea Zaumseil. Dieses Buch vereinigt mehr als 100 Autoren und Texte aller Gattungen von „Einheimischen, Zugezogenen, Reisenden, Flüchtlingen oder Freunden des Bodensees“. Der lange Spaziergang führt durch die Zeiten vom 13. bis ins 21. Jahrhundert. Dabei wird jeder Autor kurz vorgestellt und dann mit einem zur Stadt Überlingen und dem See passenden Text charakterisiert. Ein wunderbares Buch für alle, die mehr über literarisches Schaffen am See erfahren wollen.

Sigmund Kopitzki ist bestens bekannt als langjähriger Kulturredakteur des Südkuriers. Seine Frau Waltraud Liebl, geb. in Singen, leitete mehrere Jahre das Kulturamt der Stadt Konstanz. In der Stadtbibliothek Engen präsentierte sie sich als einfühlsame Moderatorin bei der Lesung von Usamah Al Shahmani „In der Fremde sprechen die Bäume arabisch“.

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